Berichte

Vorsicht bei gewissen Sportarten

24.03.2014

Rückenschmerzen sind ein immer häufiger auftretendes Leiden und immer öfter heißt die DiagnoseWirbelgleiten. In Fachkreisen spricht man von Spondylolisthesis, wobei sich die Wirbel im unteren Lendenbereich übereinander schieben. Hin und wieder sind falsche Bewegungen bei bestimmten sportlichen Aktivitäten die Ursache, weswegen Leistungssportler häufiger betroffen sind. So kommt es unter anderen beim Geräteturnen und Trampolinspringen zum Überstrecken der Wirbelsäule. Problematisch ist dies vor allem bei Jugendlichen im Wachtum.

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Auftretende Symptome können oft nur schwer erkannt werden.

So sind die Anfänge zunächst nicht zu bemerken. Das Knochengewebe verändert sich und es kommt zu Spalten, dessen Bildung schmerzfrei verläuft. Diese treten erst dann auf, wenn die Wirbel bereits beginnen zu gleiten und erstmalig Bewegungsschmerzen entstehen. Wird dies nicht rechtzeitig erkannt und behandelt, kann es dazu kommen, dass die umliegenden Nervenwurzeln sich entzünden. Taubheitsgefühl und schmerzende Beine können, müssen aber nicht, die Folgen sein.

Wirbelgleiten entsteht durch Veränderung.

Zunächst wandeln sich die Zwischenwirbelgelenke an den Wirbelbögen um. Übermäßige Belastung lässt die Knochen brüchig werden, bis ein Spalt entsteht, der das Gleiten begünstigt. Dadurch kann sich ein Wirbelkörper über einen anderen nach vorne verschieben. Begünstigt wird dies durch vorherige Bandscheibenvorfälle und die Form der Wirbel, sowie Veränderungen des Gewebes von Bandscheiben und Wirbeln. Hin und wieder können auch Unfallfolgen und altersbedingte Abnutzung als Ursachen genannt werden.

Diagnose und Einstufungen auf mehreren Ebenen

Nach der Anamnese folgt eine körperliche Untersuchung. Der Arzt achtet auf äußerliche Auffälligkeiten, wie Stufen in der Wirbelsäule. Diese und Veränderungen an den Wirbelbögen können auf Röntgenaufnahmen gut nachgewiesen werden. Sind bereits die Nervenwurzeln betroffen, folgt ein MRT.

Wird auf diese Weisen ein Wirbelgleiten nachgewiesen, kann dies in verschiedene Grade eingestuft werden.

- 1. Grad: Die Deckplatte des Wirbelkörpers wird mindestens drei Viertel vom darüber liegenden Wirbel verdeckt.
- 2. Grad: Die Deckplatte des Wirbelkörpers wird mindestens zur Hälfte vom darüber liegenden Wirbel verdeckt.
- 3. Grad: Die Deckplatte des Wirbelkörpers wird mindestens ein Viertel vom darüber liegenden Wirbel verdeckt.
- 4. Grad: Die Deckplatte des Wirbelkörpers wird weniger als ein Viertel vom darüber liegenden Wirbel verdeckt.

Sanfte Therapie als erste Lösung

Eine operative Behandlung wird glücklicherweise erst nötig, wenn der zweite Grad vorliegt. Die Gerade darunter können mit konservativen Maßnahmen, beispielsweise Krankengymnastik, therapiert werden. Während dessen sollte auf Sport jeglicher Art verzichtet werden. Sind die Muskeln neben den Wirbeln durch die Therapie genügend gestärkt und können diese ausreichend unterstützen, kann langsam mit wieder mit leichten sportlichen Übungen begonnen werden. In der Therapiezeit wird das Tragen einesunterstützenden medizinischen Korsetts empfohlen. Sollten ebenfalls die Nervenwurzeln betroffen sein, verspricht eine entzündungshemmende Medikation Linderung der Schmerzen. Erst wenn alle konservativen Maßnahmen keine Besserung bringen, ist eine Operation, bei der die Wirbelkörper miteinander verbunden werden, ratsam. Jegliches weiteres Gleiten wird dadurch unterbunden.